„A Streetcar Named Desire Lichtdesign“

Das Lichtdesign zu „A Streetcar Named Desire“ entwickelte sich in 3 Stufen über 2 Jahre. Die Grundideen zu einzelnen Szenen wurden oft während der Proben entwickelt und aufgeschrieben. So blieben wesentliche Elemente in allen Lichtdesigns erhalten.

Die Besonderheit dieser Aufführung war das die gesamte Aula bespielt werden sollte, also Bühne inkl. einer Bank vor der Bühne, ein Tresen im hinteren Bereich der Aula, ein Verkaufsstand sowie Gänge im Publikum durch die sich die Schauspieler bewegen sollten. Außerdem mussten diverse Dekoelemente ausgeleuchtet werden. Das ganze machte die Planung etwas komplizierter da Beleuchtung und Verkabelung (Strom) an mehreren Orten sichergestellt werden musste. Außerdem musste ein Followspot so eingesetzt werden das er mindestens 200 Grad Bewegungsfreiheit hat.

Das ursprüngliche Lichtdesign aus Aachen umfasste 2 x Par 4 6er Bars sowie einen Followspot

1. Lichtkonzept Ende 2010:

Der erste Entwurf sah eine Beleuchtung von allen Seiten vor, also eine Mischung aus Frontlicht, Gegenlicht sowie Gassenlicht auf Stativen. Als Effektlicht sollten je 3 Stative zum Einsatz kommen an denen je zwei Lampen befestigt waren. Das selbe beim Gassen und Frontlicht mit je zwei Stativen. In diesem Stadium wurde schon ein Pult der Ma Lighting Grand Ma Serie spezifiziert.  Verschiedene Lampentypen (u.a Ipix BB7) wurden ausgetestet aber als nicht brauchbar oder zu teuer verworfen.  Die anderen Spielorte wurden in diesem frühen Stadium noch nicht mit eingeplant. Das Design wurde letztendlich aus Kostengründen aber auch aus künstlerischer und praktischer Sicht verworfen.

2. Lichtkonzept Anfang / Mitte 2011

Das zweite Lichtkonzept sah ein klassisches Theaterlicht vor. Für die Bühne wurde eine Travese bzw. Stative mit Stufenlinsen als Grundausleuchtung sowie Par Kannen in Farbig (Lila, Rot) zur Ausleuchtung einzelner spezieller Szenen (Bettszene, Zusammenbruch von Blanche Dubois) eingeplant. Desweiteren sah das Design ein Atomic Strobo und einen Followspot vor. Zur Ausleuchtung der Dekoelemente wurden ETC Studio Pars eingeplant. Als Pult sollte ein Ma Lightcommander 24 / 2 zum Einsatz kommen.

Das Design wurde aus produktionstechnischen Gründen (Strom) verworfen, ging aber zum großen Teil im endgültigen Lichtdesign auf.

Finales Lichtdesign Anfang / Mitte 2012

Das Finale Lichtdesign wurde im Februar 2012 während meines Aufenthaltes  in Nordirland entworfen. Nachdem mittlerweile alle Szenen durchgeprobt und bekannt waren, wurde das vorherige Design auf die vorhandenen Strombedingungen angepasst. Geplant wurde eine Traversenstrecke vor der Bühne die auf Stative gestellt wird. An diesen sollten 6 x Martin Mac 250 Wash angebracht werden. Diese sollten sowohl die Stufenlinsen, als auch die Par Kannen und das Atomic Strobo aus dem vorherigen Design ersetzen. Für die Ausleuchtung der Dekoelemente sowie des Balkon wurden Studio Pars eingeplant. Ebenso wurde ein Robert Juliat Follwospot eingeplant.

Mit diesem Design wurden erste Simulationen in GrandMA 3d  erstellt und für gut befunden. Etwa 3 Wochen vor der Premiere wurden die Mac 250 Wash aus Strom, Gewichts und Verfügbarkeitsgründen durch Robe Robin LED 600 Washlights ausgetauscht. Ebenso die 575 Watt Studiopars welche durch 300 Watt Par 56 getauscht wurden. Für einen kurzfristig dazugekommenen Steg an der Bühnenkante wurde eine Par 56 in die Traverse gehangen.

Außerdem wurde die Traverse nicht auf Stative sondern auf Traversen und Baseplates gestellt welche mit Bühnegewichten beschwert wurden. So entstand vor der Bühne ein Traversenportal. Der Followspot wurde hinter dem FOH Platz aufgebaut und konnte so fast jeden Punkt in der Aula erreichen.

Mit diesem fertigen Design ging es dann in die Vorprogrammierungsphase

Vorprogrammierung:

Das gesamte Stück mit allen Cues wurde 2 Wochen vor der Premiere mit einem GrandMA 3d System vorprogrammiert. Dafür wurde die gesamte Bühne mit allen Dekoelementen nachgebaut, ebenso der Balkon mit den Par 56. Insgesamt wurden 9 Szenen mit insgesamt 40 Cues programmiert. Durch einen Softwarefehler konnte diese vorprogrammierte Show leider nicht direkt in das Pult gelesen werden. Aus diesem Grund wurde ein Cuesheet erstellt in dem sowohl Screenshots als auch FadeTimeinformationen der einzelnen Cues aufgelistet waren (Siehe: PDF) und die Show am Aufbautag nachprogrammiert.

Die Show

Während der Show wurde versucht ein klassisches Theaterlicht zu simulieren. Allerdings kamen auch Anleihen aus dem Rock n Roll Licht zum Einsatz. Am Anfang des Stückes wurde nur Par Licht und der Followspot verwendet, da sich die Akteure im Zuschauerraum bewegen. Erst als die Akteure die Bühne betreten kommen Moving Heads zum Einsatz und simulieren das warme Licht einer Stufenlinse.

Bei einigen Szenen wurde mit der Farbtemperatur des Lichtes gearbeitet. So ist eine Szene mit mehr Rotanteil beleuchtet und endet mit der Ausleuchtung eines Bettes komplett in Rot. In einigen Szenen wechselt warmes und kaltes Licht, je nach Dramaturgie. Der dramatische Höhepunkt des Stückes endet mit kaltem grauen Licht und massiven Stroboeinsatz, der Zusammenbruch der Protagonistin wird mit einem heftigen Lila beleuchtet.

Durch den Einsatz von Moving Heads konnte viel flexibler gearbeitet werden. So wurde ein Bett punktgenau in Rot beleuchtet um eine Liebesszene anzudeuten. Ebenso wurden die Schauspieler auf einer Bank vor der Bühne punktgenau beleuchtet.

Auch wurde die Aula selber mit Moving Lights in zwei Szenen ausgeleuchtet. In der ersten Szene wurde nach der Pause einen Sonnenaufgang simuliert, um dann mit einer Fahrt durch das Publikum die Bühne wieder zu beleuchten. In der zweiten sehr emotionalen Szene wurde die kalte Lichtstimmung durch beleuchten der Aula mit den nicht genutzten Moving Heads in einem dunklen Blau noch verstärkt.

Der Followspot wurde benutzt um Schauspieler durch den Zuschauerraum zu verfolgen. Dies kam 1-2 mal pro Szene, teilweise sehr rasant vor. Außerdem wurden Akteure die auf der Bühne singen mit dem Followspot hervorgehoben während das Grundlicht abgesenkt wurde. In einer Szene wurde der Hauptdarsteller auf einer dunklen Bühne mit dem Followspot ausgeleuchtet um emotionale Kälte und Verzweiflung anzudeuten.

Equipment Licht / Bühne:

  • 6 x Robe Robin 600 Led Washlight
  • 6 x Par 56
  • 1 x Robert Juliat Mannon Followspot
  • 1 x Grand Ma Micro
  • 5 x 2m 3 Punkt Truss
  • 3 x 1m 3 Punkt Truss
  • 2 x 3 Punkt Corner
  • 2 x Baseplates
  • 1 x Showtech Dimmer
  • 7 x 4 Meter Bühne

Equipment Ton:

  • 1 x Soundcraft Spirit Fx 16
  • 1 x Audio Technica Wireless Mikro
  • 1 x Zeck PA
  • 1 x Laptop
  • 1 x Shure Beta 58 (Für Followspotfahrer)
  • 1 x Shure Konferenzmikro (Für  Operator)
  • 1 x Sennheiser Kopfhörer (Für Operator)
  • 1 x AKG Kopfhörer (Für Followspotfahrer)

Fotogalerie: Rendering

Fotogalerie: Aufbau

Fotogalerie: Show

Cuesheet

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter A Streetcar Named Desire veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s